BIT - Bonner IDRISI Tutorium

Text wird zur Zeit überarbeitet von: Christoph, 29.03.2005

letzte Änderung: Christoph, 29.03.2005

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Abu Abdullah Muhammad al-Idrisi - eine Referenz an den Namensgeber

Zugegeben etwas abwegig beim Gedanken an modernes GIS, aber spannend.

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Vita

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Abu Abdullah Muhammad al-Idrisi - der Vater aller Raster

 Vita

Al Idrisi

Abu Abdullah Muhammad al-Idrisi, latinisiert Dreses, (* um 1100 n.Chr. in Ceuta; gest. 1166 in Sizilien) war Kartograf, Geograf und Botaniker.

Er studierte an der Universität von Cordoba und lebte dann in Sizilien am Hofe des Normannenkönigs Roger II.. Er bereiste Spanien, Nordafrika und Vorderasien.

Al-Idrisi studierte sämtliche damals bekannte Heilpflanzen. Als er bemerkte, dass die Wissenschaft seit dem Altertum kaum Fortschritte gemacht hatte, begann er selbst, Pflanzen zu sammeln und zu katalogisieren. Es gelang ihm viele neue Heilpflanzen und deren Wirkung zu erforschen. Die Ergebnisse seiner Arbeit fasste er in diversen Büchern zusammen; das bedeutendste davon ist "Kitab al-Jami-li-Sifat Ashtat al-Nabatat".

Nachhaltigen Ruhm erlangte Al-Idrisi durch seine geografischen Studien. So kartografierte er die ganze, damals bekannte Welt. Ein Hauptwerk "Nuzhat al-Mushtak" bildete den Text zu einer für Roger II. 1134 verfertigten silbernen Erdtafel, welche Grundlage für fast alle Erdkarten der folgenden Jahrhunderte wurde.

Quelle (Bild): http://classes.bnf.fr/idrisi/pres/index.htm - 2. März 2005

Quelle (Text): http://de.wikipedia.org/wiki/Al-Idrisi - 2. März 2005

(Die biographischen Angaben sind nicht unumstritten (Drecoll, 2000))

 Weltbild

Das macht den Mann schon interessant, aber noch nicht zum Vater des Rasters. Sein Weltbild hat sich niedergeschlagen in seinen Schriften wie z.B. "Das Buch zur Erfreuung derjenigen, die die Länder zu bereisen wünschen" und insbesondere in seinen Karten, die sich vielfach als Basis späterer Karten wiedererkennen lassen. Dabei war ihm bewusst, dass die Erde eine Kugelgestalt hat, ein wesentlich älterer Grundgedanke, den Al-Idrisi verwendet hat.

Wir beginnen mit der Darstellung der Gestalt der Erde, die von Ptolemaios unter dem Namen Geographie vorgenommen wurde, und rufen die Gunst und Schutz Gottes auf allen Wegen und in allen Umständen an. Denn Gott hat seinen Ruhm durch seine Größe gezeigt, und er ist in allen Dingen mächtig.

Wie aus allen Meinungen der Philosphen, berühmten Gelehrten und fähigen Beobachter für die Kenntnis der Himmelskörper hervorgeht, ist die Erde rund wie eine Kugel, und die Wasser haften auf ihr und werden durch ein natürliches Gleichgewicht gehalten, ohne eine Veränderung zu erfahren. Die Erde ist, wie auch die Wasser, im All wie das Eigelb in der Mitte des Eis, aufgehängt, also in zentraler Lage. Die Luft umgibt sie von allen Seiten, zieht sie zum All hin oder stößt sie ab. Gott weiss, und das ist die Wahrheit in diesem Bereich: Die Erde steht still in der Mitte des Alls, und alle geschaffenen Körper stehen still auf der Oberfläche der Erde, die Luft zieht an sich, was leicht ist, und die Erde zieht an, was schwer ist, genauso wie der Magnet das Eisen anzieht.

Quelle aus dritter Hand: Drecoll, 2000 schreibt: Idrísí, praefatio, Zitiert wird hier in der Übersetzung von Jaubert. Sie ist bis heute nicht ersetzt. Im Einzelfall wurden andere Übersetzungen und tlw. auch Arabische Schriften verglichen. Arab: Opus Geogr. I. S. 7-8

Für ein Raster braucht man zunächst "Zeilen". Dies war auch den Vorgängern von Al-Idrisi nicht unbekannt. Fünf, später 7 Klimazonen wurden bereits früh beschrieben und Al-Idrisi hat diese Quellen als "Schüler" Ptolemaios (* 87 n. Chr.) wohl gekannt. Teilweise werden diese Klimazonen doppelt verwendet: nördlich und südlich des Äquators.

Die Menschen sind nämlich unter dem Gesetz geschaffen, jenen Ball zu bewachen, den du in diesem Tempel in der Mitte siehst, der Erde genannt wird, und ihnen ist ein Bewusstsein gegeben aus jenen ewigen Feuern, die ihr Gestirne und Sterne nennt, die kugelig und rund, belebt von göttlichen Geistwesen, ihre Kreisbahnen mit erstaunlicher Geschwindigkeit vollenden.

...

Du siehst allerdings, dass eben diese Erde gleichsam von einigen Gürteln umschlungen und umgeben ist, unter denen - wie du siehst - die beiden, die am meisten voneinander abstehen, und die sich den Himmelsscheiteln selbst zu beiden Seiten zuneigen, von Frost erstarrt sind, jener mittlere aber und größte von der Sonnenglut ausgedörrt wird. Zwei sind bewohnbar, von denen jener südliche, in dem diejenigen, die dort wohnen, ihre Fußspuren euch entgegen drücken, nichts mit eurem Geschlecht zu tun hat; dieser andere aber unter dem Nordwind, den ihr bewohnt, - sieh, zu was für einem dünnen Teil er euch berührt!

Quelle: Cicero (* 3. Januar 106 v. Chr.), zitiert aus: http://cicero.de.ki/ 2. März 2005

Der Begriff "Klimata" leitet sich von "Neigen" ab, der Zusammenhang zur Einstrahlung der Sonne ist greifbar. Diese Zonen werden von Al-Idrisi in den Karten eingezeichnet, der kreisbahnförmige Verlauf dieser Zonen spiegelt die o.g. Kenntnis um die Kugelgestalt der Erde.

Idrisi-Weltkarte

Quelle: http://alfatihoun.edaama.org/Fichiers/Islamic%20art/Docs/web/images/Islamic%20geographer%20al%20Idrisi%201154b.jpg 2. März 2005

 Raster

Al-Idrisi erhält offenbar von Roger II den Auftrag einen Atlas zu erstellen, wobei Al-Idrisi eine bemerkenswert wissenschaftliche Vorgehensweise an den Tag legt. Statt die Karte mit ausschmückenden Fabelwesen zu füllen, befragt stets kritisch Reisende und Kaufleute und trennt offensichtlich Erfundenes von Fakten.

Das Ergebnis ist eine gesüdete Karte, die jedoch mit umfangreichem Textmaterial ergänzt wird um zu beschreiben, was sich kartographisch nicht darstellen lässt. Die bereits oben genannten sieben Klimazonen werden hierzu weiter unterteilt in jeweils 10 Abschnitte, so dass ein Raster von 70 Einzelkarten entsteht. Einige Karten bleiben leer, 65 Kartenabschnitte sind beschrieben mit Natur, Wegenetz, Distanzen, Architektur, Handelsbeziehungen, Merkwürdigkeiten, Bräuchen etc. Insgesamt werden so mehr als 5.000 Namen von Orten, Flüssen, Bergen klassifiziert.

frei übersetzt nach Quelle: http://classes.bnf.fr/idrisi/index.htm 2. März 2005

Die nachfolgende Illustration wurde der BnF entnommen und sollte unbedingt dort im Original angeschaut werden. Zum Start des (vergleichsweise hakeligen) Bildlaufes hier in dieser Website ggf. einmal "Seite neu laden (PC: vermutl. F5)" drücken und abwarten.

Weltkarte im Raster

 weiterführende Quellen:

Nun, weit genug abgeschweift. Wer es auch interessant findet, dem sei hier insbesondere der Link zur BnF ans Herz gelegt.

eine erstklassige und vollständig erscheinende Abhandlung zu Al-Idrisi

La Bibliothèque nationale de France (BnF):
http://classes.bnf.fr/idrisi/index.htm
Al-Idrisi @ BnF

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Sprache: frz.
Format: HTML
Grösse: 62 kb

historische Geographie

Kommentar zur Entwicklung früher Weltkarten
http://www.abc.net.au/navigators/maps/default.htm
Kartengeschichte

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Sprache: engl.
Format: HTML
Grösse: 54 kb

der Einfluss der vorangehenden geographischen Schulen auf die Arbeit von Al-Idrisi sowie die Weiterverwendung von Al-Idrisis Werk in späteren kartographisch/geographischen Arbeiten wird von Decroll in einen guten Kontext gesetzt. Leider wird auf die rasterförmige Einteilung seines Werkes nicht eingegangen:

Decroll Carsten, 2000: Idrísí aus Sizilien - Der Einfluß eines arabischen Wissenschaftlers auf die Entwicklung der europäischen Geographie, Verlag der Deutschen Hochschulschriften, Egelsbach, (Uni-Bibliothek Bonn, Sig: K 2001, 4784)

Eine eher skeptische Einschätzung der Leistungen Al' Idrisis. Schöne Abbildung.
http://www.historisches-franken.de/andechs_geheimnis/technik_weltkarte431.htm
Kartengeschichte

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Sprache: dt.
Format: HTML
Grösse: 70 kb

Mercator darf hier nicht fehlen
http://mathsforeurope.digibel.be/mercator.htm
Mercator

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Sprache: engl.
Format: HTML
Grösse: 340 kb

eine umfassende Linksammlung zu historischen Karten:
http://www.henry-davis.com/MAPS/EMwebpages/EML.html
Atlas historischer Karten

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Sprache: dt.
Format: HTML
Grösse: 57 kb

eine Sammlung von Hans Zimmermann, Lehrer für alte (!) Sprachen am Gymnasium Augustum in Görlitz, enthält z.B. "M. Tullius Cicero: Somnium Scipionis lat./ deutsch" wie oben zitiert,
Zunächst war ich sehr überrascht über die innere Struktur der Website, HTML zählt da wohl zu den neueren Sprachen, andererseits identifiziert die Website damit auf anrührende Weise ebengenau ihren Inhalt: alte Sprachen. Gleichwohl ist die Essenz der Texte nach wie vor relevant, weswegen ja auch hier zitiert wird. Außerdem liebe ich es in Bücherschränken zu stöbern, insbesondere wenn sie sich nicht so furchtbar aufgeräumt präsentieren.
http://henkaipan.de.ki/
Texte ohne Copyright

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Grösse: 2 kb

Für das Verständnis eines mittelalterlichen Weltbildes an der Grenze zwischen Abendland und Morgenland

Ecco, Umberto: Baudolino (Roman)

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